DIE REGION STUTTGART BOOMT

Immer mehr Menschen wollen in der Landeshauptstadt und den umliegenden Kommunen leben und arbeiten. Neben den Fachkräften der starken mittelständischen Wirtschaft und der großen Arbeitgeber wie Daimler, Porsche oder Bosch zieht es Studierende genauso in die Metropole wie Senioren, die eine Wohnung in urbaner Lage suchen.

Wie die Bevölkerungszahlen zeigen, hat Stuttgart die Marke von 600.000 Einwohnern überschritten und damit den höchsten Stand seit Mitte der 1970er-Jahre erreicht. In der Region Stuttgart leben heute rund 2,7 Millionen Menschen. Die hohe Attraktivität der Stadt und ihrer Region spiegelt sich wider in einer großen Nachfrage auf dem Immobilienmarkt. Weil das Angebot jedoch knapp ist und zudem viele Kapitalanleger mangels Alternativen ins „Betongold“ flüchten, steigen die Preise für Immobilieneigentum seit Jahren.

Seit dem Jahr 2000 haben sich etwa die Spitzenkaufpreise für Neubauwohnungen in Stuttgart verdoppelt. Heute kostet der Quadratmeter für gebrauchtes Eigentum in der Metropole durchschnittlich 2.660 Euro. Und wer in den gefragten Höhen- und Aussichtslagen wohnen möchte, muss mindestens 850.000 Euro für den Erwerb eines Einfamilienhauses einkalkulieren.

Zwar sind die Mieten zuletzt weniger stark gestiegen als die Kaufpreise, dennoch haben es Haushalte mit mittleren und geringeren Einkommen schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Viele richten ihren Fokus deshalb auf den Speckgürtel Stuttgarts, wie Ludwigsburg, Waiblingen, Sindelfingen/Böblingen und Esslingen. Untermauert wird dieser Trend von der amtlichen Statistik, die zeigt, dass mehr Menschen aus Stuttgart in die Region ziehen als umgekehrt. In der Folge steigen die Preise – vor allem entlang der S-Bahnlinien.

Herausforderungen für den Stuttgarter Wohnungsmarkt

Stuttgart hat wenige Baulandreserven. Baugebiete auf der grünen Wiese sind rar, weil diese Flächen für die Naherholung und das Stadtklima benötigt werden. Bereits im Jahr 2001 hat die Landeshauptstadt daher die Informationsplattform NBS (Nachhaltiges Bauflächenmanagement) ins Leben gerufen, die mögliche Gebiete oder untergenutzte Flächen für die Innenentwicklung systematisch erfasst.

Um auch in Zukunft preiswertes Wohnen in Stuttgart zu ermöglichen, ist der Ausbau des sozialen und geförderten Wohnungsbaus eines der wichtigsten Ziele der Stadt. Insbesondere auf städtischen Grundstücken soll der Anteil an Sozialwohnungen erhöht werden.

Nach dem Willen der Stadt geht es darüber hinaus bei der Vergabe städtischer Areale künftig stärker um die Qualität der Bauvorhaben. Über den Zuschlag entscheidet demnach neben dem Preis auch das Baukonzept, z. B. hinsichtlich einer effizienten Wohnflächengestaltung, sozialer Integrationsleistungen, Barrierefreiheit, Mobilitätsangeboten oder einer innovativen Energieversorgung. Zum Einsatz kommt das sogenannte Konzeptverfahren bereits bei dem rund 230 Wohnungen umfassenden Stadtquartier Olga-Areal, das in den kommenden Jahren auf dem Gelände des ehemaligen Olgahospitals im Stuttgarter Westen, entsteht. Knapp die Hälfte der Wohnungen wird dort zudem von privaten Baugemeinschaft en errichtet. Weil Baugemeinschaft en für sowohl individuelles als auch preiswertes Bauen stehen, könnten sie künft ig bei der Projektvergabe in Stuttgart noch stärker zum Zuge kommen.